Selbstführung in einer agilen Welt

Aktualisiert: 29. Aug.

DIE Führungskompetenz in einer dynamischen Welt.




Die Arbeitswelt befindet sich in einem stetigen Wandel. Die Hierarchien in Organisationen werden flacher. Digitalisierung, Individualisierung und Globalisierung sorgen für eine zunehmende Dynamik und ein schnelleres Tempo. Hinzu kommt, dass in global agierenden Teams gearbeitet wird, die über räumliche Grenzen hinweg miteinander arbeiten und kommunizieren. Oft steigt auch die Arbeitslast stark an.


Dabei ist es wichtig, dass Führungskräfte sich selber führen können, ihren Mitarbeitern ein gutes Vorbild sind und flexibel auf Veränderungen in der VUKA Welt reagieren. Organisationen brauchen Fach- und Führungskräfte, denen es gelingt, sich mit Selbstführungskompetenzen (innere Stärke, Flexibilität im Denken und Handeln, Kreativität, Produktivität, Resilienz, emotionale Intelligenz, Vertrauen, Selbstvertrauen) wirksam zu steuern.

Selbstführung ist eine wichtige Voraussetzung für die Führung von Mitarbeitern. Nur wer sich selbst organisieren und führen kann, kann auch andere führen. Das erfordert ein hohes Maß an Selbstreflexion und Selbstmanagement.



Was bedeutet "Selbstführung"?


Selbstführung wird oft synonym mit Selbstmanagement, Selbstorganisation, Selbstführung und sogar mit Zeitmanagement verwendet. Doch Selbstführung bedeutet nicht nur, dass man produktiv ist, sondern dass man achtsam auf sich und seine Bedürfnisse achtet, die eigene Entwicklung reflektiert und relevante Methoden und Tools kennt, an sich zu arbeiten.


Doch was genau bezeichnet dann "Selbstführung"?


„Selbstführung ist .... eine Kompetenz, die berufliche und persönliche Entwicklung zu gestalten, (…) um die eigene Motivation zu erhöhen, eigene Ziele zu klären und diese besser zu erreichen.“ (Quelle: Wikipedia)

Selbstführung bezeichnet die zielorientierte Führung der eigenen Person mithilfe bestimmter Grundhaltungen oder Techniken. Oder anders gesagt: Es geht darum, die eigenen Gedanken, Gefühle und das eigene Handeln zu beeinflussen, um damit eigene Leistungen zu fördern und der eigenen Entfaltung ein entsprechend förderliches Umfeld zu bieten.


Diese Fähigkeiten müssen ständig weiterentwickelt und geübt werden. Wichtig zur Abgrenzung der Selbstführung vom Konstrukt des Selbstmanagements ist dabei, dass nicht nur der Weg zum Ziel, sondern auch das Ziel mitbestimmt werden kann. Selbstführung basiert im Wesentlichen auf drei Komponenten, die für den Erfolg notwendig sind:


  • Selbsterkenntnis / Selbstbewusstsein: Wer bin ich und was kann ich? Persönliche Stärken, Schwächen, nicht ausgeschöpfte Potenziale und Bedürfnisse sollten reflektiert und bewusst gemacht werden.

  • Selbstverantwortung: Selbstverantwortung als Basis für Selbstführung bedeutet, mit einer proaktiven, verantwortungsbewussten Grundhaltung Fehler nicht bei anderen zu suchen und bei Problemen nicht auf Lösungen durch andere zu warten. Es geht auch darum, Verantwortung sowohl für äußere, als auch für innere Prozesse zu übernehmen.

  • Selbststeuerung / Selbstregulierung: Diese Erkenntnisse können dabei helfen, das eigene Verhalten und Denken so zu steuern beziehungsweise Emotionen und Motivation so zu regulieren, dass persönliche Ziele erreicht und Muster durchbrochen werden, die uns dabei im Wege stehen. Es wird sich den eigenen Zielen verpflichtet und Rückmeldungen und Zwischenschritte werden festgelegt.


Selbstführung erfordert Selbsterkenntnis, Selbstverantwortung und Selbstregulierung – in der Natur der Sache liegt dabei, dass man an sich selbst arbeiten muss, um die notwendigen Fähigkeiten zu entwickeln.





In agilen Organisationen gehören eine starke Selbstführung sowie die eigene Persönlichkeitsentwicklung fast zum "daily Business". Die Grundhaltung dabei ist, sich permanent selbst in Frage zu stellen, zu reflektieren, sich dadurch weiterzuentwickeln und dauerhaftes Lernen als Bestandteil der eigenen Entwicklung zu etablieren. Mitarbeitende kommunizieren transparent, auch über gemachte Fehler. Im Netzwerk wirken sie zusammen, verbinden ihre Kräfte, nutzen Perspektivenvielfalt zur Lösungsfindung und reflektieren Ergebnisse. Die Selbstführung, der offene Umgang mit eigenem Verhalten, das Reflektieren als Individuum und im Netzwerk führen zur Weiterentwicklung des Einzelnen sowie der ganzen Organisation.



Kann man Selbstführung lernen?


Die gute Nachricht ist: Selbstführung kann erlernt bzw. geübt und trainiert werden!


Im Folgenden möchte ich einige Übungen bzw. Methoden skizzieren, die zur Selbstführung in agilen Zeiten beitragen:


  • Zeit für bewusste Selbstreflektion: gern in einem regelmässigen Rhythmus (z.B. jeden Freitag 30min oder jeden morgen 5min usw.)

  • Das Klären der eigenen Ziele: Ohne Ziele können keine Aufgaben und Meilensteine definiert werden. Agile Selbstführung bedeutet aber auch das Anpassen der Ziele, wenn sich die Umstände geändert haben.

  • Das Akzeptieren der eigenen Schwächen und das Hervorheben der eigenen Stärken: Fehler dürfen geschehen und können wertvolle Erkenntnisse für die Selbstführung geben.

  • Das Einplanen von Pausen und Auszeiten wie freien Tagen oder Urlaub: Es wird empfohlen, jede 60 bis 90 Minuten eine kleine Pause zu machen. Die Pomodoro-Technik kann helfen, auch Mikropausen in den Alltag zu integrieren. Aber auch ein Urlaubstag pro Monat, der bewusst für die persönliche Entwicklung genutzt wird, kann hilfreich sein.

  • Das bewusste Abgeben von Aufgaben und Delegieren: egal ob als Führungskraft in's Team oder Unternehmer an externe Freelancer. Delegation will gelernt sein und geht oft mit einem empfundenen Kontrollverlust einher. Der Preis für konsequentes Delegieren ist ein Fokus auf die eigenen Prioritäten.

  • Bewusstes "Nein sagen": oftmals steht hinter einer hohen Arbeitslast bzw. einem zu viel an allem nicht zu viel Arbeit im Unternehmen bzw. im eigenen Business, sondern der eigene Anspruch "schon irgendwie alles zu schaffen".

  • Den Blick von Außen zulassen: Sehr wertvoll kann die Unterstützung durch einen erfahrenen Coach sein, wenn die Selbstreflexion nicht mehr gelingt oder die Selbstführung optimiert werden soll.



Fazit:


In agilen Zeiten und Unternehmen mit einer hohen Dynamik und hochkomplexen Themen wird eine starke Selbstführung zunehmend zur Schlüsselkompetenz. Dabei geht das Konzept der Selbstführung weit über effiziente Arbeits- oder Alltagsorganisation hinaus, sondern hat vielmehr einen holistischen Blick auf die eigene Entwicklung und Zufriedenheit. Selbstführung kann geübt und erlernt werden und es empfiehlt sich, sich bewusst Zeit und Freiräume dafür zu nehmen. Führungskräfte und Unternehmer können sich bei der Entwicklung einer starken Selbstführung von Außen Unterstützung holen - ob durch Seminare, Online Kurse oder einen Coach.


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Als Coach unterstütze ich Privatpersonen, Führungskräfte, Unternehmer und Teams bei der Stärkung ihrer Selbstführung. Stellen Sie mir gern HIER eine unverbindliche Anfrage.


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