Workshop Team Canvas

Aktualisiert: 29. Aug.

Team Building mit Team Canvas im Workshop




Teams arbeiten am besten zusammen, wenn sie ein gemeinsames Ziel verfolgen und ein gemeinsames Verständnis über ihre Werte, Fähigkeiten, Regeln und nicht zuletzt den Sinn ihrer Arbeit haben. Das Team-Canvas ist eine großartige, agile Methode, um im Team den Austausch darüber anzuregen und effizient zu gestalten.


Da ich als Agile Coach ein großer Fan von Canvas generell bin, arbeite ich neben dem Business Model Canvas, dem Leadership Canvas auch regelmässig mit dem Team Canvas. Die Methode erlaubt Teams eine offene, interaktive Auseinandersetzung und ist dabei dank ihrer klaren Struktur "aufgeräumt" und fokussiert.


In diesem Beitrag möchte ich das Arbeiten mit dem Team Canvas skizzieren, insbesondere:


  • Worum es beim Team Canvas geht

  • Vorbereitung eines Team Canvas Workshops

  • Durchführung eines Team Canvas Workshops

  • Nachbereitung - und jetzt?


Was ist eigentlich ein "Team Canvas"?


Der Begriff "Canvas" kommt aus dem Englischen - "Leinwand". Ein Canvas bildet also auf einer Fläche (Leinwand) ausgewählte relevante Fragen zu einem spezifischen Thema ab. Beim Team Canvas eben Ziele, Werte, Kompetenzen, Regeln und Verhaltensweisen. Die Arbeit mit einem Canvas hat - wie die meisten agilen Methoden - die Reduktion der Komplexität zum Ziel.



Zielsetzung eines Team Canvas Workshop:


  • Grundlagen für eine gute Teamarbeit schaffen;

  • Austausch starten/fördern über Ziele, Rollen, Werte, Regeln und Zweck des Teams;

  • Gemeinsames Verständnis schaffen;

  • On-Boarding neuer Teammitglieder;

  • Mögliche Missverständnisse / Irritationen ausräumen;

  • Alignment schaffen;

  • Ausgangspunkt für einen Teambuilding-Prozess schaffen.



Das Team Canvas ermöglicht, die unausgesprochenen Dinge an die Oberfläche zu bringen und gemeinsame Wünsche und Ziele eines Teams auszuarbeiten. Dank der Struktur ist die Methode sehr klar und fokussiert.




Vorbereitung eines Team Canvas Workshop:


Zur Vorbereitung sollte zunächst ein Moderator bestimmt werden. Dies kann - bei entsprechender Zurückhaltung bzw. Moderationserfahrung - die Führungskraft oder jemand aus dem Team sein oder - meine Empfehlung - ein externer Moderator.


Der Moderator lädt die Teilnehmenden ein und betreibt ein wenig Erwartungsmanagement: was soll passieren, wie, wieviel Zeit usw. Auf dieser Basis können sich die Teilnehmenden ein wenig "mental" vorbereiten und evtl. bereits im Vorfeld wichtige Punkte reflektieren.


Vor der Einladung zum Workshop steht jedoch die inhaltliche Entscheidung, mit welcher Version des Team Canvas gearbeitet werden soll. Das Team Canvas Basic empfehle ist meiner Erfahrung nach universell einsetzbar und ein echter Mehrwert auch für alle Teams, unabhängig davon, wie versiert sie in der Selbstreflexion oder im Team-Building sind. Das Team Canvas Advanced ist meiner Einschätzung nach eher für "fortgeschrittene" Teams, die also regelmäßig in offenen Austauschformaten auch über sich selbst sprechen und ein hohe Reflexionsgabe und Offenheit mitbringen.


Darüber hinaus sollte der Moderator auch für das nötige Equipment sorgen:


  • Durchführung in Präsenz: ein Team Canvas auf Postergröße (A0) ausdrucken; genügend (kleine) PostIt's und gute Stifte besorgen. PS: Raum buchen nicht vergessen!

  • Durchführung virtuell: auf einem digitalen Whiteboard (z.B. Miro oder Conceptboard) eine Vorlage für ein Team Canvas anlegen. (Vorlagen für Miro finden Sie HIER) und eine Videokonferenz einstellen und die Teilnehmenden einladen. PS: mind. 10min eher in der virtuellen Besprechung sein!




Durchführung eines Team Canvas Workshop:


Zur Durchführung empfehle ich folgenden Ablauf:

  • Vorstellung des Team Canvas im gesamten Team

  • Klärung von Verständnisfragen

  • Vereinbarung genereller "Spielregeln" (Wie wollen wir heute miteinander arbeiten?").

  • Brainstorming der einzelnen Felder.


Team Canvas Basic:

  1. Purpose: Was ist der Zweck des Teams? Wofür stehen wir? (Haben wir einen Team-Namen?)

  2. Roles & Skills: Wer ist Bestandteil des Teams? Wer hat welche Rolle? Welche informellen Rollen gibt es? Welche Kompetenzen fehlen evtl.?

  3. Common Goals: Welche Ziele verfolgt das gesamte Team? Welche Ziele verfolgt jeder einzelne?

  4. Values: Welche Werte sind jedem Einzelnen wichtig? Was sind die Kernwerte des Teams?

  5. Rules & Activities: Was sind Grundregeln, auf die sich das Team einigen möchte?


Team Canvas Advanced:

  1. Purpose: Was ist der Zweck des Teams? Wofür stehen wir? (Haben wir einen Team-Namen?)

  2. People & Roles: Wer ist Bestandteil des Teams? Wer hat welche Rolle? Welche informellen Rollen gibt es? Welche Kompetenzen fehlen evtl.?

  3. Common Goals: Welche Ziele verfolgt das gesamte Team?

  4. Personal Goals: Welche Ziele verfolgt jeder einzelne?

  5. Values: Welche Werte sind jedem Einzelnen wichtig? Was sind die Kernwerte des Teams?

  6. Needs & Expectations: Was braucht jeder einzelne, um im Team erfolgreich zu sein?

  7. Rules & Activities: Was sind Grundregeln, auf die sich das Team einigen möchte?

  8. Strength & Assets: Was sind die Stärken des Teams?

  9. Weakness & Risks: Was sind Schwächen und Risiken?


Bei der Bearbeitung der einzelnen Felder bzw. Themen nacheinander wird zunächst jeder Teilnehmende gebeten, die relevanten Aspekte auf PostIt's zu notieren. Auf Bitte des Moderators werden diese PostIts dann aufgehangen und anschließend über Verständnisfragen bzw. überhaupt inhaltlich über die Punkte gesprochen. Wichtig ist, dass die Felder sukzessive nacheinander (und nicht gleichzeitig!) bearbeitet werden.


Dabei sollte der Moderator auch den zeitlichen Rahmen bedenken, um einzuschätzen, bei welchem Feld es vmtl. wieviel Redebedarf und -stoff geben wird. Erfahrungsgemäß sind die Themen "Werte" und "Regeln" intensiver als "Ziele" und "Rollen". Zur Klärung des Purpose und der Rollen im Team gibt es außerdem angemessenere Methoden. Dennoch kann das Canvas ein guter Ausgangspunkt sein, um in weiteren Formaten weitere an diesen Themen zu arbeiten.


Es hängt stark von der Moderation und der konkreten Zielstellung ab, wie lang das Team an einem Team Canvas arbeitet. Schließlich wirft das Canvas evtl. Fragen auf, die nicht in kurzer Zeit geklärt werden können. Aus meiner Erfahrung sollte man - je nach Teamgröße - aber schon mindestens 2,5h bis hin zu 4h für einen nachhaltigen Team Canvas Workshop einplanen. Meist gibt es eher zu viel Bedarf an Austausch als zu wenig.



Nach dem Workshop - und jetzt?



Aufgrund meiner Erfahrung als Moderatorin erscheint mir wichtig anzumerken, dass ein Team Canvas Workshop kein Selbstzweck ist. Zwar erleben Teams den konstruktiven und strukturierten Austausch auf Basis eines Team Canvas meist als sehr gewinnbringend und "team-buildend". Dennoch ist die fortlaufende Integration der erarbeiteten Punkte in den Arbeitsalltag der Teammitglieder natürlich wichtig. Konkret könenn folgende Fragestellungen helfen:


  • Wie sorgen wir dafür, dass alle im Team unseren Purpose und unsere Identität kennen?

  • Wie machen wir Ziele des Teams fortlaufend - auch bei Veränderungen - transparent?

  • Wie gehen wir mit fehlenden Rollen und Kompetenzen im Team um?

  • Wie werden definierte Werte und Regeln des Teams im Alltag berücksichtigt?

  • Wie verankern wir Reflexion über uns als Team als integralen Bestandteil der Zusammenarbeit?

PS: ein Team-Canvas kann durchaus auch - eventuell mit Iterationen - mehrfach im selben Team durchgeführt werden. Insbesondere, wenn sich ein Team in einem hoch dynamischen Kontext befindet, kann regelmäßiges Alignment eine gute Idee sein!




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